Alone, but not lonely

Was oder Wer sind wir, wenn wir niemanden um uns haben. Keine Familie – so mit Vater, Mutter oder Geschwistern. Keine Kollegen, keine Freunde, keine Begegnungen auf Spaziergängen oder beim Einkaufen. Sind wir wirklich allein? Was bedeutet allein sein? Ist allein sein etwas Schlechtes? Ist es nicht eine Plage, allein zu sein, mit dem, was wir denken, sehen und fühlen und überhaupt?

Warum existiert in der Gesellschaft der Gedanke, dass man nicht allein sein sollte. Wir sollten nicht allein sein, weil wir sonst komisch werden, nicht der Norm entsprechen. Am besten haben wir einen Partner oder wir haben Dates und bemühen uns einen zu bekommen. Im Bestfall haben wir ein paar Freunde, wobei man da ja verstanden hat, dass nicht die Masse den Grad der Zufriedenheit ausmacht – sagt man.

Ich habe dementsprechend auch immer meine Probleme damit gehabt, „alleine zu sein“. Denn Wirklich allein zu sein, das geht für mich gar nicht. Denn einer der wichtigsten Prozesse von uns hier im Leben ist doch auch, sich selbst zu lieben und zu akzeptieren und Freude an seinem Sein zu haben. Wie sollte gerade dann das unangenehme Gefühl eintreten allein zu sein? Ich spreche nicht davon, dass ich es nicht mehr habe. Ganz und gar nicht. Ich werde die nächsten zwei Wochen alleine in einem großen Haus verbringen und ich fühle mich noch gar nicht wohl bei dem Gedanken. Aber darin steckt doch auch die beste Übung, und am besten noch mit einem Haufen an neuen Ereignissen, die noch verarbeitet und geordnet werden müssen im Kopf. Das war herrliche Ironie, versteht sich von selbst. Was auch eine Riesen Herausforderung für mich war: Ein Jahr nicht meinem Plan nachgehen zu können und nicht viel gearbeitet zu haben und ich gezwungen war mich mit mir auseinander zu setzen. Jetzt kenne ich mich aber ein Riesen Stück weit mehr und weiß mit was ich mich gerne identifiziere oder wie ich mich gerne ablenke, um das dann zu umgehen, oder einfach generell. My journey is about to start.

Natürlich bin ich nun mal wieder ein wenig abgeschweift. Das passiert bei einem Gedanken Wirr Warr, was sich schwer ordnen lässt. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich da viele berührt fühlen, stimmts?

Ich habe eine gute Freundin, die wirklich gern alleine sich eine Auszeit nimmt und einfach mal wegfährt. Irgendwohin, wo es für sie schön ist. Auch so sagt sie sehr selbstbewusst, dass sie gern alleine wohnt, gerne ihr eigenes Reich hat und sich auch gern alleine beschäftigen kann und Dinge hat, die ihr Freude bereiten ganz ohne jemanden. Das hat mich wirklich inspiriert und zum nachdenken gebracht. Was habe ich denn für Dinge, die ich gern für mich alleine unternehme? Mittlerweile habe ich da ein paar Antworten, aber ich versuche meine Kreativität wieder anzuregen, um mehr zu finden. Ich finde durchaus Freude an der Natur, am Spazieren gehen, am Lesen und ja, auch am Schreiben. Ich gestalte auch gerne etwas, wie beispielsweise einen großen Bilderrahmen mit lauter Fotos, Motiven oder Sprüchen, die sich dem Betrachter zeigen. Es gibt sicher eine Hand voll weiterer Dinge, um mich vom Alleine sein abzulenken. Denn was mich wirklich vorm allein sein gruselt, das bin ich selbst. Das sind all die Gedanken in meinem Kopf, die sich dann beginnen zu offenbaren, wo sie im Alltag keinen Platz hatten. Es mag vielleicht nicht bewusst sein, aber ich merke es schnell an meiner Stimmung und der Art, wie ich über alles denke, was da gerade passiert.

Um vielleicht noch einen anderen Begriff vor Augen zu führen: Einsamkeit. Allein sein ist nicht gleich Einsamkeit. Einsamkeit ist das, was viele fürchten am Allein sein. Ich habe heute einen wundervollen Tag gehabt und einfach viele Dinge gemacht, die ich gerne mache, wenn ich niemanden um mich herum habe. Ich bin in Ruhe aufgestanden, habe meinen Lieblingstee getrunken, mir Frühstück gemacht und einen Film angesehen. Dann habe ich meine Bettwäsche gewaschen, denn es gibt doch nichts perfekteres als zu wissen, dass man am Abend im frischriechendem Bett einschlafen kann. Ich habe außerdem mein Zimmer umdekoriert und neue Collagen erstellt. Die Fotos wurden durch Zitate ersetzt, die mich zur Zeit am meisten inspirieren oder manifestieren, was ich mir am erarbeiten bin. Anschließen war ich bei dem warmen Wetter eine große Runde joggen, und wie gut das tat. Ich fühle mich jeden Tag wohler mit mir und meinem Körper, sodass ich es sogar geschafft habe, einfach bauchfrei laufen zu gehen, denn „eigentlich“ ist ja gar nichts dabei.

Wenn man alleine ist, lässt sich unser Kopf ein bisschen besser auseinander pflücken, als wenn wir uns unter Menschen befinden. Wir können viel besser versuchen uns zu verstehen.

Einen schönen Sonntag Abend,

Anci

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s