„Ich merke du bist anders, du hast dich verändert“. 

Hallöchen ihr Lieben,

Habt ihr die Behauptung dort oben schon mal abbekommen? Manchmal werfen Leute damit um sich, wenn jemand plötzlich gegen den Strom zu schwimmen scheint. „Irgendwie hast du dich verändert, ich glaube wir können keine Freunde mehr sein“.

So direkt sagt es natürlich dann niemand, man merkt es einfach, man ist nicht mehr so willkommen. Entweder ist es dann, weil dein Gegenüber zwar beeindruckt ist, aber nicht weiß, wie er/sie damit umgehen soll oder es ist, weil du echt in eine Erfahrung reingehen willst, die absolut Gesellschaftsgefährlich ist. Naja manchmal kann zweitens auch erstens sein, im besten Sinne. Denn dem normalen Zusammenleben fehlt irgendwas, nur niemandem scheint so Recht aufzufallen, was es ist. Immer wieder zerbrechen Freundschaften, Familienkonstrukte, soziale Beziehungen. Alle wundern sich, aber es scheint einfach so zu sein. Man weint ein paar Tage oder ist wütend, aber irgendwann ist es im Kopf so weit vergraben, dass es ja gar nicht so schlimm ist. Niemand scheint recht zu wissen, was zwischenmenschliche Beziehungen so schwer zu machen scheint.

Ist es die fehlende wahre Interesse am Gegenüber, weil man so sehr mit sich selbst beschäftigt ist? Oder das Höherstellen der eigenen Bedürfnisse? Ein verschlossenes Herz?

Ich selbst sehe da auch eine Reihe von Schwierigkeiten. Jeder hat seine Geschichte, seine Ansichten und kommt zusammen mit einem anderen auch wieder total verschiedenem Wesen. Was ist der gemeinsame Nenner? Auf welcher Ebene trifft man sich nun? Ist es einfach das Interesse an den gleichen Themen, nämlich, dass man einfach gut reden kann? Was ist es und wie kann man alle seine zwischenmenschlichen Beziehungen stärken und weniger Werte wie Schuld, Nehmen und Rechthaberei vertreten?

Ich beschäftigte mich heute mit dem Thema, da ich gestern mit einer Freundin gedankenverloren am Zürich See saß und ich teilweise vor dem Schluss stand: „Ich kann einfach nicht mit Menschen, es ist echt kompliziert“.

Ich fragte einige aus meinem Umfeld zweierlei Fragen.

Zum einen, was eine gute zwischenmenschliche Beziehung für sie ausmachen würden. Oft wurden Begriffe wie Vertrauen, Loyalität, Zugehörigkeit und Ehrlichkeit genannt. Es sei einfach ein gewisses Grundgerüst, was stimme. Eine Basis aus ähnlichen Werten und als i Tüpfelchen noch ähnliche Interessen. Man ginge sich gegenseitig nicht auf die Nerven und man hätte keine Angst zu sein, wie man ist, geschweige denn mache man sich Gedanken darüber, was sein Gegenüber denken mag. Außerdem ginge es nicht um ein gegenseitige Übertrumpfen. Ein gewisser Freiraum, eine Space, ist gegenseitig gegeben. Man könne einfach über alles reden und es sei irgendwie ausgelassen – in Balance.

Und was nun, wenn diese Balance gestört ist? Was machst du mit Beziehungen, die einfach bestehen, weil es Familie ist oder du gezwungen bist mit den Menschen zu bekehren, aber es läuft einfach nicht?

Bei Freundschaften die gut laufen ist es ja einfach, Familie ist dann schon ein super komplexes Gebilde in dem verschiedene Persönlichkeiten zusammenkommen und scheinbar von Natur aus Kämpfe austragen wollen. Nicht immer versteht sich. Die einen sagen dann, man müsse sich auf die guten Seiten konzentrieren und nicht zu sehr in Negativität verharren. Manchmal helfe auch die Fähigkeit sich mit guten Intentionen aus dem Weg zu gehen und einfach nicht zu sehr aufeinander zu hocken.

Oft sei es so, dass man Taten einfordert voneinander. Ich geb dir das und du gibst mir dafür das, aber wenn ich zu viel davon gebe und du nichts davon ist es ein Riesen Problem.

Manchmal spiele aber auch das Alter eine Rolle und somit verschiedene Ansichten, aber dennoch gäbe es einen Nenner und zwar die Liebe und dass man die Person im Herzen trägt, weshalb man die Beziehung nicht loslässt.

Ich denke der gleiche Nenner ist das miteinander wachsen. Du kannst dich selbst durch andere erkennen, du erfährst Liebe, du erfährst aber auch alles andere. Immer wieder spiegelst du dich. Jeder bringt seine persönliche Geschichte mit in die Beziehung, die ihr dann teilt. Jeder lebt seine Geschichte aus. Mangelndes Verständnis füreinander und darauf beharren, dass seine Meinung die Richtige wäre und der ständige Wille den anderen nach seinen Wünschen zu verändern sind praktisch tödliche für eine harmonische Beziehung. Ich denke jeder projiziert sein eigenes ‚Leid‘ auf den jeweils anderen und färbt ihn/sie mit seiner/ihrer Realität ein. Ich finde natürlich, dass es keine Ausrede ist eine Geschichte zu haben, die gewisse Muster in einem geprägt haben, aber Akzeptanz und Respekt dem gegenüber ist schon mal ein erster Schritt. Und sobald man denkt eine Person tut einem wirklich nicht gut und es liegt ihr auch nicht im geringsten etwas daran mit dir zu arbeiten um die Situation zu verbessern, ist es meiner Meinung nach auch völlig okay getrennte Wege zu gehen. Die Sache mit deiner Balance ist nicht immer ganz einfach, und vor allem ich hab absolut ein Brett vorm Kopf, wenn es darum geht sowas zu checken, aber ich bin stets gewillt mich weiterzuentwickeln. Ein besserer Mensch zu werden. Vorbildlich sein zu können, um einen Unterschied für die Welt zu machen. Es ist heilsam Menschen um sich zu haben, die sich mit dir um dich bemühen und einem das Gefühl geben, dass man es wert ist und das man es schaffen kann.

Nun hat sich im letzten Jahr echt viel getan und manche Beziehungen haben sich einfach total verändert und mit manchen Menschen kommuniziert man einfach anders, weil man irgendwie auf verschobenen Inseln sitzt. Nicht das die eine schlechter und die andere besser ist, aber man findet schwerer in das Mittel. Ich hab schnell gemerkt, wem es dennoch die Mühe wert ist immer wieder zu dieser Mitte zu kommen und wer sich dessen schnell entledigt. Denn: „Ich merke du bist anders, du hast dich verändert“.

Rückblickend sage ich aber: „Verdammt, das hoffe ich doch echt sehr!“

Mehr Liebe, Respekt und Toleranz deinem Gegenüber entgegenzubringen ist nicht schwer 🙂 weniger Wut, Ärger und Argwohn wird es dich bescheren.

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